Chiemgau im Wandel

Von Hirnsteinen und Kometen (Teil 1)
Hochwasser und Zombiebäume (Teil 2)

Beschreibung


Von Hirnsteinen und Kometen (Teil 1)

Vor ein paar Tausend Jahren gab es hier nackte Moränenrücken und kahle Schmelzwassertäler. Eine Landschaft, geboren in der letzten Eiszeit, geprägt vom Alpenrand, sanften Hügeln, Mooren und Seen. Und von kulturellem Reichtum, nicht nur auf den Inseln im Chiemsee, mit ihren berühmten Klöstern und Schlössern. Schon lange vor König Ludwig II haben sich die ersten Menschen im Chiemgau niedergelassen. Funde von Jagdwaffen aus der Zeit der Neandertaler belegen, dass das Land sogar während der Eiszeit besiedelt war, wohl weil es hier viel jagdbares Wild gab. Während der Bronzezeit führte hier einer der wichtigsten Handelswege aus den Bergen ins Alpenvorland. Da kamen die Kelten und die Römer.

Wahrscheinlich ist das Land um den Chiemsee seitdem ununterbrochen besiedelt; bis zum heutigen Tag. Warum konnte sich ausgerechnet in einem so stark frequentierten Siedlungsland bis heute eine artenreiche Natur erhalten?

Der erste Teil der Miniserie "Chiemgau im Wandel" geht dieser Frage nach und stellt den Chiemgau von heute vor. Der Film wirft aber auch einen Blick in die Vergangenheit und zeigt Veränderungen in der Natur und der Landschaft. Der Chiemgau ist eine Landschaft im stetigen Wandel.

Hochwasser und Zombiebäume (Teil 2)

Dreimal kam es am Chiemsee in den letzten beiden Jahrzehnten zu "Jahrhundert-Hochwassern". Klima, Tierwelt und Landschaft haben sich verändert und es scheint, als vollziehe sich dieser Wandel immer schneller. Tierarten, die in den Überschwemmungsgebieten leben, entwickeln raffinierte Überlebensstrategien. Die Knotenameisen nehmen die Königin in die Mitte und bilden aus ihren Leibern ein Floß; erobern sogar neuen Lebensraum.

Hochwasser ist weniger eine Katastrophe für die Natur. Es trifft vor allem die Menschen. Auf oft Jahrhunderte alten Feuchtwiesen, wachsen botanische Schönheiten wie Trollblumen, Mehlprimel und die Sibirische Schwertlilie. Doch die meisten derartigen Wiesen im Chiemgau sind mittlerweile entwässert und gedüngt, um die Qualität des Viehfutters zu verbessern und die Flächen rentabler zu machen. Überall, nicht nur im Chiemgau, fällt auf, dass besonders Tierarten der Feldflur rapide weniger werden. Auch Arten, die vormals häufig waren, wie der Brachvogel. Oder die Schwalben, die eigentlich untrennbar mit Wiesen, Weiden und Kuhställen verbunden sind.

Bis zu einhundert Mal im Jahr gibt es am Chiemsee Sturmwarnung. Dann fegen Böen mit bis zu 100 Stundenkilometern über das Wasser. Für die Natur ist aber nicht entscheidend, ob es künftig mehr oder weniger Sturm und Hochwasser gibt – entscheidend ist der Umgang des Menschen mit der Chiemgauer Landschaft.

Chiemgau im Wandel

Chiemgau im Wandel

Länge 2 x 44 Minuten

Regie Jan Haft

Bildformat 16:9

Drehorte Chiemgau, Bayern, Deutschland

Herstellungsland Deutschland

Herstellungsjahr 2016/2017

Produktion nautilusfilm GmbH – Natural History Germany, Eine Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk

Produzenten Jan & Melanie Haft

Chiemgau im Wandel
Chiemgau im Wandel
Chiemgau im Wandel
Chiemgau im Wandel
Chiemgau im Wandel
Chiemgau im Wandel